Martina Jennewein – Reiten | Fühlen | Lernen
offen und bereit · mit Händen hören · Werkzeug · was soll ich fühlen? · · · >

»Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.«J.W. von Goethe


Fühlen ist eine Kommunikation jenseits der Worte. Das reiterliche Gefühl bezeichnet für mich dabei vor allem die Offenheit und Bereitschaft, dem anderen auch wirklich zuzuhören. Erst wenn man bereit ist, mit dem anderen zu fühlen, kann man auch etwas mit ihm teilen, sich ihm mitteilen.
Auch Pferde haben eine Stimme – man hört sie nur nicht zwangsläufig mit den Ohren und unser Blickwinkel ist vom Pferderücken aus ebenfalls sehr eingeschränkt.

Können Sie sich vorstellen, mit Ihren Sitzbeinen zu sehen und mit Ihren Händen zu hören, sich mit Ihrem Nabel voranzutasten und den Geruch der Freiheit in Ihren Schultern zu haben? Bestimmt hört sich das für Sie sehr merkwürdig an, aber vielleicht sind Sie ja auch auf den Geschmack gekommen, was zuhören bedeuten kann. Das Werkzeug mit dem wir hier arbeiten ist in erster Linie der Körper und damit der Sitz. Dieser hat drei Aufgaben:
1. Das Pferd nicht zu stören
2. Das Pferd zu spüren
3. Auf das Pferd Einfluss zu nehmen

Leider lassen sich diese Aufgaben in der Praxis nicht so schön klar voneinander trennen, sodass ich von Anfang an mit dem fühlenden und sogar mit dem Einfluss nehmenden Sitz arbeite. Oft höre ich an dieser Stelle: »Was soll ich denn fühlen?«, »Ich kann nichts spüren/merke nichts» etc...
Seine Sensibilität erlaubt es dem Pferd, die sprichwörtliche Fliege auf der Haut zu spüren. Spüren Sie die etwa nicht? Falls doch, ist mit Ihrem Gefühl alles in Ordnung. Es findet eben nur nicht in Ihrem Kopf statt, sonst würde man ja Gefühle denken, statt sie zu fühlen.

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