Martina Jennewein – Reiten | Fühlen | Lernen
Gemeinsame Sprache · Heilung · schein-bar Schönes · · · >

»Der Künstler ahnt die wahre Form der Dinge. Sein Können zieht den Schein weg und er führt uns in Träumen hinter die bunte Bühne der Welt.«Franz Marc


Mit dem Begriff »Reiten« verbinde ich weder eine bestimmte Reitweise, noch das bloße Sitzen auf dem Pferderücken. Vielmehr umfasst es für mich jeglichen Umgang bzw. jegliche Form von Kontakt zu einem Pferd. In diesem Sinne besteht Reiten aus zwei Grundelementen:
1. Der Entwicklung einer gemeinsamen Sprache
2. Einer auf der sinnvollen Kommunikation aufbauenden logischen Gymnastizierung des Pferdekörpers

Letzteres halte ich übrigens unter den modernen Haltungsbedingungen auch für notwendig, wenn das Pferd gar nicht geritten werden soll. Denn beide Elemente haben nicht die Zielsetzung, ein Pferd für mich bedienbar oder benutzbar zu machen, sondern zu seiner physischen, psychischen und emotionalen Gesunderhaltung oder sogar Heilung beizutragen.

Dementsprechend verbietet sich jeder Einsatz von so genannten Hilfszügeln oder anderen mechanischen Korrekturmitteln in meiner Arbeit generell. Damit möchte ich über deren Gebrauch jedoch kein moralisches Urteil fällen, sondern Ihnen meine Arbeitsweise näher bringen: Genauso wenig, wie ich Heilung mit der Unterdrückung von Symptomen gleichsetze, sehe ich Schönheit in der optischen Täuschung. Eine äußere Form mag unseren Augen als „schön“ erscheinen, aber wenn sie z.B. nicht schön zu sitzen ist, ist sie eben nur schein-bar schön. Vielmehr möchte ich dem Pferd immer die Freiheit geben, mir zu zeigen, wo das Problem liegt, wenn es denn eins gibt. Und da wo es keins gibt, bedarf es sowieso keiner Hilfe oder Hilfsmittel.

Die Harmonie liegt für mich dabei im Gleichgewicht der Kräfte, nicht in ihren spektakulären Auswüchsen.

Eine Veränderung erziele ich letztendlich niemals mit der Illusion, sondern nur in der Verpflichtung zur Wahrheit...!

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